MARG mechanism

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Multi-Akteurs-Referenzgruppen (MARGs) zur gemeinsamen Gestaltung von OPTAINMul

Hinter jeder grossartigen Sache stehen grossartige Menschen, die sie gestalten. Viele verschiedene Akteure tragen dazu bei, den Erfolg von OPTAIN zu vergrössern. Hier erfahren Sie, wie. i Actor Reference Groups (MARGs) representing co-creators in OPTAIN

 

Was sind MARGs in OPTAIN?

In jeder Fallstudie des Projekts bietet eine Multi-Akteurs-Referenzgruppe (MARG) eine Plattform für den Austausch mit den verschiedensten Akteuren. Die Leitenden der Fallstudien sind für die Auswahl der einzubeziehenden Akteure in ihrem Gebiet verantwortlich. Das Work Package 1 (WP1) sorgt für die Koordination und Harmonisierung der Arbeit mit den Akteuren zwischen den 14 Fallstudien. Darüber hinaus unterstützt das WP1 die Fallstudienleitenden bei der Planung und Durchführung von fallstudienübergreifenden MARG-Workshops und Mitwirkungsaktivitäten, die Teil der gemeinsamen Forschungs- und Modellierungsarbeit bilden. Die 14 Fallstudien sind über 13 europäische Länder verteilt (s. Karte).

Die Einrichtung einer MARG in jeder der 14 Fallstudien ist eine wichtige erste Aufgabe, da die MARGs in jeder Phase des Projekts eine zentrale Rolle spielen. Mit lokalem Wissen, Expertise und Politikgestaltung und durch ihre Teilhabe an der Lernumgebung des Projekts leisten sie einen wichtigen Beitrag. Gleich nach Projektbeginn organisierte das WP1 einen zweitägigen Workshop, in dem Fallstudienleiterinnen und -leiter lernten, wie sich MARGs für eine konstruktive Zusammenarbeit mit Akteuren einrichten und pflegen lassen. Eine weitere wichtige Unterstützung für die Fallstudienleitenden sind die sogenannten InterVision-Treffen. An diesen regelmässigen Anlässen diskutieren sie untereinander Ansätze und tauschen Erfahrungen aus. Jede MARG soll über die gesamte Laufzeit von OPTAIN einen Rahmen für den Austausch und die Zusammenarbeit mit und unter den Akteuren bieten.

Figure 1 OPTAIN-Fallstudien nach biogeografischen Regionen

 

Warum sind MARGs für OPTAIN so wichtig?

OPTAIN hat zum Ziel, effiziente Techniken für die Rückhaltung und Wiederverwendung von Wasser und Nährstoffen in kleinen landwirtschaftlichen Einzugsgebieten in kontinentalen, pannonischen und borealen Regionen Europas zu identifizieren. Darüber hinaus soll das Projekt zur Akzeptanz und besseren Umsetzung von natürlichen/kleinen Wasserrückhaltemassnahmen (natural/small water retention measures, NSWRM) beitragen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Forschungsförderorganisationen und Entscheidungsträgerinnen und ‑träger sind sich zunehmend bewusst, wie wichtig es ist, verschiedene Endnutzerinnen und Endnutzer sowie politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Forschungsvorhaben mit einzubeziehen: Nur so lässt sich die Validität und Relevanz der Ergebnisse gewährleisten. Schritte zur Einbeziehung von Interessengruppen sind zu einem wesentlichen Bestandteil jeder Modellierungsarbeit geworden. Die Zusammenarbeit mit den Akteuren ist über die gesamte Projektdauer von grosser Bedeutung, von der ersten Datenerhebung bis zur Formulierung von Politikempfehlungen gegen Ende des Projekts.

OPTAIN wird verschiedenste Akteure von unterschiedlichen Ebenen der Entscheidungsfindung mit einbeziehen – von lokalen, eng in die Projektarbeit eingebundenen Gruppen bis hin zu höheren Verwaltungsbehörden auf nationaler und europäischer Ebene. Bei den ersteren liegt der Fokus auf Einbeziehung, Zusammenarbeit und Bildung, bei den letzteren auf Information und Konsultation. Gerade lokale Akteure haben viel praktisches Wissen über die Vor- und Nachteile heutiger und früherer Landnutzungssysteme, und sie sind es, die die von OPTAIN vorgeschlagenen Massnahmen umsetzen und nutzen werden. Die folgenden Kasten zeigen die konkreten Vorteile der Zusammenarbeit für die Akteure und für das Projekt auf.

 

Wer sind die Akteure in den MARGs?

In allen 14 Fallstudien sollen lokale, regionale und nationale Akteure direkt eingebunden werden. Die Fallstudien werden von erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der beteiligten Universitäten und Institute geleitet. Um eine sinnvolle und angemessene Beteiligung der Akteure zu erreichen, braucht es zunächst ein Verständnis dafür, wer die verschiedenen Akteure sind, die einbezogen werden sollen. In einem sogenannten Stakeholder Mapping haben die verschiedenen Fallstudienleitenden daher die Akteure in ihrem jeweiligen Gebiet erfasst und identifiziert.

Insgesamt wurden in den 14 Fallstudiengebieten fast 300 Akteure identifiziert, die als Mitglieder in die jeweiligen Fallstudien-MARGs einbezogen werden sollen. Sie wurden nach Ebene der Entscheidungsfindung, Mitwirkungsinteresse und verschiedenen Gründen für die Einbeziehung kategorisiert.

Das Mapping bietet lediglich erste Anhaltspunkte zum Verständnis der Akteure und ihrer Rolle im Projekt. Erst im weiteren Verlauf des Projekts werden die Projektpartner ihr Verständnis der Situation vor Ort und der Akteure allmählich vertiefen können. Es wird zudem erwartet, dass die Anzahl der an den MARGs beteiligten Akteure mit der fortschreitenden Dauer des Projekts zunehmen wird.

MARG-Workshops und InterVision unter Fallstudienleitenden

Um die Einrichtung der MARGs in den Fallstudiengebieten zu unterstützen, hat das WP1 im Dezember 2020 einen zweitägigen Workshop für die Fallstudienleitenden organisiert. Ziel des Workshops war es, den Fallstudienleitenden zu vermitteln, wie sich eine Akteursgruppe für konstruktive Zusammenarbeit bei Konflikten im Bereich Wasser, Landwirtschaft und Umwelt einrichten und pflegen lässt. Aufgrund der COVID-19 Restriktionen wurden die Workshops online durchgeführt. Weitere Informationen sind in einem Workshop-Bericht auf Englisch zusammengefasst.

Darüber hinaus initiierte das WP1 eine sogenannte InterVision-Plattform für Fallstudienleitende. Hier können sie Erfahrungen und Ideen auszutauschen und gemeinsam neue Wege entwickeln, um Probleme in den Fallstudien anzugehen und dabei die unterschiedlichen kulturellen und geografischen Gegebenheiten in den verschiedenen Fallstudiengebieten zu berücksichtigen. Erfahrenere Fallstudienleitende können den weniger erfahrenen helfen, indem sie gemeinsam über Fragen und Probleme reflektieren. Das erste Treffen fand im Januar 2021 statt. Dabei wurden Herausforderungen diskutiert, und am Beispiel der norwegischen Fallstudie der Ansatz und die ersten Erfahrungen bei der Organisation des ersten MARG-Treffens vorgestellt. Aufgrund der positiven Rückmeldungen und der grossen Nachfrage der Fallstudienleitenden für einen solchen Austausch, finden die InterVision-Treffen nun regelmässig, alle ein bis zwei Monate statt. Die Stärkung des fallstudienübergreifenden Projektnetzwerks wird nicht nur zu besseren Ergebnissen in den einzelnen Fallstudien führen, sondern auch zur Wirkung des Gesamtprojektes beitragen.

Start der MARGs

Die Fallstudienleitenden und die Koordinatorinnen und Koordinatoren der MARGs stehen derzeit in Kontakt mit den Akteuren, die in die MARGs eingeladen werden sollen, und organisieren erste Gespräche und Treffen mit ihnen.

Die Einbeziehung von Akteuren ist entscheidend, denn eine fundierte wissenschaftliche Lösung führt noch nicht unbedingt zur eigentlichen Lösung eines realen Problems. Eine wichtige Erkenntnis aus früheren Projekten ist, dass Interessengruppen in allen Phasen des Projekts einbezogen werden müssen: bei der Bestimmung des Problems genauso wie bei seiner Beurteilung, bei der Entwicklung von Lösungsszenarien und in der Phase der Umsetzung der gefundenen Lösungen.

Während des gesamten Projekts sind immer wieder Mitwirkungsaktivitäten mit den MARGs geplant. Kontinuität bei den involvierten Akteuren ist für den Aufbau von Beziehungen und Vertrauen zentral. Dies wiederum gilt als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Akteuren.